Themenabend der Konferenz Ver- und Entsorgung

„Klimamassnahmen in meiner Gemeinde pragmatisch und wirkungsvoll festlegen“

Am Dienstag Abend den 28. April begrüsste die Gemeinderätin Lena Frank als Stellvertretung des Leiters der Konferenz Ver- und Entsrogung (Tobias Egger, Stadtpräsident Nidau) knapp 40 GemeindevertreterInnen in Lyss.

Beim Themenabend zum Thema „Klimamassnahmen im meiner Gemeinde pragmatisch und wirkungsvoll festlegen“, wurde die Energie- und Klimastrategie der Region vorgestellt und den Gemeinden näher gebracht. Mit Beiträge vom Amt für Umwelt und Energie, der Gemeinden Meinisberg und Schüpfen und der öffentlichen Energieberatung Seeland wurde es ein kurzweiliger Abend, bevor es nach den Workshops in einen verdienten Apéro ging.

Hier gehts zur Energie- und Klimastrategie Biel-Seeland: Energie- und Klimastrategie Biel-Seeland – seeland.biel/bienne
Die gesamten Unterlagen zum Download gibt es hier: Themenabende – seeland.biel/bienne

Inhalte und Kernaussagen
Die Region seeland.biel/bienne übernimmt als Netzwerk von 61 Gemeinden eine koordinierende und unterstützende Rolle, indem sie gemeindeübergreifende Projekte initiiert, den Wissenstransfer fördert und die politische Abstimmung sicherstellt. Die Energie- und Klimastrategie Biel-Seeland definiert hierzu acht strategische Stossrichtungen, unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energieproduktion, die Steigerung der Energieeffizienz, die Förderung nachhaltiger Mobilität sowie die Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

Zur Umsetzung wurden konkrete Handlungsfelder und ein erstes Massnahmenpaket vorgestellt. Dieses umfasst insbesondere den Aufbau eines Energie- und Klima-Cockpits, die Bereitstellung von Good-Practice-Beispielen sowie die Entwicklung eines Werkzeugkastens für kommunale Wärmefragen. Ergänzend wird den Gemeinden ein erweitertes Beratungs- und Unterstützungsangebot zur Verfügung gestellt, welches durch die Energieberatung Seeland sowie durch kantonale Programme getragen wird.

Ein Schwerpunkt des Themenabends lag auf der Rolle der Gemeinden als zentrale Umsetzungsträger. Es wurde aufgezeigt, dass eine erfolgreiche Klimastrategie eine klare politische Verankerung, definierte Zielsetzungen sowie ein strukturiertes Monitoring voraussetzt. Gleichzeitig wurde betont, dass Strategien sowohl Klimaschutz als auch Klimaanpassung beinhalten müssen und idealerweise auf bestehenden Instrumenten wie Energiegesetzgebung, Förderprogrammen und Richtplänen aufbauen.

Mögliche Lösungsansätze für Gemeinden
Für die Erarbeitung einer kommunalen Klimastrategie wurden drei Varianten dargestellt:

  • eine umfassende Standardstrategie mit breiter fachlicher Begleitung,
  • eine vereinfachte Variante für kleinere Gemeinden mit reduziertem Umfang,
  • sowie ein kooperativer Ansatz mehrerer Gemeinden zur Nutzung von Synergien.

Erfahrungsbeispiele, insbesondere aus der Region Oberland Ost oder aus Gemeinden wie Schüpfen und Schwanden bei Brienz, zeigen, dass sowohl Einzel- als auch Kooperationslösungen praktikabel sind. Erfolgsentscheidend sind dabei eine klare Organisation, die Einbindung relevanter Akteure sowie die Sicherstellung der finanziellen und personellen Ressourcen.

Bewertung
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass kommunale Klimastrategien ein zentrales Instrument zur systematischen Steuerung von Energie- und Klimamassnahmen darstellen. Durch die Kombination aus regionaler Koordination, kantonaler Unterstützung und lokaler Umsetzung entsteht ein wirkungsvolles Gesamtgefüge. Für Gemeinden bietet sich damit die Möglichkeit, vorhandene Potenziale gezielt zu nutzen, Synergien zu erschliessen und ihre energiepolitischen Aktivitäten langfristig zu strukturieren.

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